FAQ

Treepoint bewertet Nachhaltigkeit von Herstellern, Produkten und Dienstleistungen auf Basis transparenter Kriterien. Hiermit schaffen wir Vergleichbarkeit und einen Benchmark, insbesondere für soziale und ökologische Aspekte.

Unser Ziel ist es, in alle gängigen Onlineshops integriert zu werden, damit wir die breite Masse da erreichen, wo sie einkauft. Jeder fängt jedoch erstmal klein an. Darum bewerten wir zunächst Unternehmen und Produkte unterschiedlicher Kategorien und bilden die Ergebnisse auf unserer eigenen Webseite ab. Wir verlinken von dort auf ausgewählte Onlineshops. Mit jedem Kauf unterstützt Du unser Projekt und das Ziel, die gesamte Produktpalette auf ihre Nachhaltigkeit hin zu prüfen.

Laut Bundesumweltamt sind dem Konsumenten die meisten Labels und deren genaue Aussagekraft unbekannt. Treepoint räumt mit dem Dickicht der Labels auf und „übersetzt“ deren Inhalte, indem sie auf unsere Kriterien gematcht werden. Wir sind also kein weiteres Label, werten aber die bestehenden Label aus und übersetzen sie in Treepoints. Anders als die meisten Labels werden unsere Treepoints unabhängig vergeben. Kein Hersteller bezahlt uns für die Bewertung. Die abgefragten Kriterien bleiben für jedes Unternehmen gleich, unabhängig von ihrer Branche. Die Fragen und die Ergebnisse dazu machen wir transparent und einsehbar. Die Skala von 1 bis 5 Treepoints macht Abstufungen ersichtlich und ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen Produktkategorien.

Mit Treepoint soll sich ein allgemein gültiger Standard etablieren, der gegeben sein muss, um ein nachhaltiges Unternehmen zu sein. Die Kriterien müssen klar mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten sein. Wenn wir etwas mit den uns zur Verfügung stehenden Informationen nicht beantworten können, bewerten wir das als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Zu Beginn werden wir Affiliatelinks von den von uns bewerteten Unternehmen und Produkten auf unserer Webseite platzieren und uns darüber finanzieren. Sobald sich unser Bewertungssystem etabliert hat, werden wir Lizenzgebühren für die Einbettung in Onlineshops erheben.

Für Nachhaltigkeit gibt es aktuell noch keinen allgemein gültigen Standard. Um Unternehmen und Produkte miteinander vergleichbar zu machen, haben wir einen Kriterienkatalog entwickelt. Dieser basiert auf Themenfeldern aus bereits existierenden Zertifikaten und Audits sowie auf Input vom Institut für angewandte Nachhaltigkeit in Ingolstadt (INAS). Wir nutzen also die Metriken, die bereits von den meisten Staaten, Vereinigungen, NGOs und Unternehmen als sinnvoll anerkannt werden.

Ein Kriterium kann nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Es gibt kein  „teilweise“. Sollte die Frage nicht zu beantworten sein, tragen wir ein „Unklar“ ein. In diesen Fällen werten wir mit 0 Punkten. Ein Unternehmen oder Produkt bekommt also die volle Punktzahl für eine Frage oder keine. Die Informationen müssen immer öffentlich zugänglich sein, um die Transparenz zu gewährleisten. 

Da es die unterschiedlichsten Maßnahmen gibt, um sich der Nachhaltigkeit anzunähern, ist der Kriterienkatalog so allgemein wie nötig und so speziell wie möglich gehalten. Wir können nicht jede positive und negative Handlung von Unternehmen darin abbilden, wenn wir das Bewertungssystem einfach und verständlich halten wollen. Wir möchten stattdessen einen Benchmark für Nachhaltigkeit auf Konsumebene schaffen.

Seit 2017 sind Unternehmen über 500 Mitarbeiter innerhalb der EU verpflichtet, einen sogenannten Nachhaltigkeitsbericht zu veröffentlichen. Darin werden die Tätigkeiten, Entwicklungen und Ziele der Organisation für eine nachhaltige Entwicklung dargelegt. Viele Firmen verwenden für den Aufbau des Reports diverse bekannte Standards (z. B. GRI oder UN Global Compact). Diese erleichtern uns, gezielt nach den Informationen zu suchen, die wir brauchen.

In den Fällen, wo es keinen Bericht gibt (weil das Unternehmen z. B. zu klein ist), dienen die Angaben auf der Webseite und im Netz als Informationsquelle.

Wichtig ist, dass die Informationen stets öffentlich und schriftlich abrufbar sind, damit wir uns auch zu einem späteren Zeitpunkt darauf berufen können.

Aktuell werden die Bewertungen noch manuell durchgeführt. Wir arbeiten jedoch daran, die Informationsbeschaffung und -abgleichung zu automatisieren. Die letztendliche Entscheidung, wie Daten interpretiert werden, wird in Menschenhand bleiben.

Wir verwenden nur öffentlich zugängliche Materialien der Unternehmen. Der Wahrheitsgehalt davon liegt in der Verantwortung der jeweiligen Organisation. Wir führen also keine „Detektivarbeiten“ durch, um mögliche Falschaussagen aufzuspüren – wir gehen mit den Mitteln vor, die jedem einzelnen Verbraucher zur Verfügung stehen.

Auch wenn es keinen internationalen Standard für Nachhaltigkeit gibt, gibt es international anerkannte Zertifikate, die als Nachweis füre die Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien gelten. Die Themengebiete reichen von Energiemanagement über sozialen Handel bishin zu Sicherheitskonzepten. Die Zahl der Zertifikate ist groß, die Spezifikationen komplex. Im generellen verpflichtet sich ein Unternehmen mit dem Erwerb eines Zertifikats dazu, innerhalb des betroffenen Themenfeldes regelmäßig Messdaten zu erheben, darauf basierend Schlüsse zu ziehen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten. Ein Zertifikat bedeutet also nicht automatisch, dass ein Unternehmen nachhaltig ist! Es bedeutet jedoch, dass es Zeit, Geld und Aufwand investiert, um sich in diesen Gebieten zu verbessern. Das ist jedoch auch gleichzeitig der Grund, weshalb kleinere Unternehmen seltener diese Zertifikate erwerben, da ihnen einfach die Ressourcen dafür fehlen.

Alleine in Deutschland gibt es um die 1000 Produktlabels. Etwa 150 davon fallen unter die Kategorie Ökolabels. Nur die wenigsten davon sind den den Menschen bekannt. Das ist einer der Gründe, weshalb es Treepoint gibt. Wir haben die gängigsten Labels der relevantesten Produktkategorien im Detail analysiert, um daraus Schlüsse für unsere Produktbewertungen ziehen zu können. Beispielsweise ist eine der Voraussetzungen dafür, ein TCO Label zu bekommen, dass das Elektro-Produkt mindestens den Energie-Effizienz-Standard von Energy Star entspricht. Energy Star wiederum zeichnet besonders energieeffiziente Elektro-Produkte aus. Generell untersuchen viele Nachhaltigkeitssiegel Produkte im Labor. Wir von Treepoint verlassen uns bei unseren Aussagen also auf diese Laborauswertungen, da wir – genauso wie Du als Käufer – kein Labor zur Hand haben, um jedes Produkt auf seine Inhaltsstoffe und Materialeigenschaften zu untersuchen.

Auch hier halten wir uns an dem international anerkannten Standard: Die meisten Unternehmen, Zertifikats- und Labelgeber orientieren sich mindestens an der Definition der Internationale Arbeitsorganisation (International Labour Organisation, kurz ILO). Mindestens heißt, dass die Vorgaben durchaus auch höher gesetzt werden können.

Es gibt 2 Konventionen, die sich konkret mit dem Thema Kinderarbeit beschäftigen:

  • ILO-Konvention Nr. 138: Mindestalter für Beschäftigung
  • ILO-Konvention Nr. 182: Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit

Warum so kompliziert, warum nicht einfach Kinderarbeit komplett verbieten? Das Thema ist, wie so vieles in der Welt, nicht schwarz und weiß.

Es beginnt damit zu definieren, bis zu welchem Alter ein Kind noch als Kind oder schon als Erwachsener zählt. Hinzu kommt, dass manche Familien darauf angewiesen sind, dass Kinder ab einem bestimmten Alter einen gewissen Teil zum Einkommen beitragen. Daher hat die ILO Bestimmungen festgelegt unter welchen Bedingungen ein Kind innerhalb eines bestimmten Alters bestimmte Arbeiten ausführen kann.

Wenn wir „Kinderarbeit“ hören, sehen wir oft 3-Jährige, die in Kohleminen arbeiten vor unserem inneren Auge. Kinderarbeit kann aber auch bedeuten, dass ein 15 1/2 Jähriger ein paar Stunden am Tag Pakete packt.

Um das erste Szenario zu verhindern, gibt es die ILO-Konvention 182. Sie verbietet z. B. Kinder-Sklaverei, Kinderhandel und den Einsatz von zwangsrekrutierten Kindersoldaten.

Sobald sich das Unternehmen verpflichtet, Mindestlohn zu zahlen, hat es das Kriterium erfüllt. Um je nach Land zu bestimmen, was genau der Mindestlohn ist, hat die ILO bereits 1985 eine Konvention festgelegt, nach der alle Mitgliedsstaaten verpflichtet sind, Daten zum Thema Arbeit zu veröffentlichen. Darin werden z.B. Daten zur Anzahl der Arbeitgeber und -nehmer, Arbeitslosenzahlen, tatsächlich gezahlte Löhne, Arbeitszeiten und Familieneinkommen festgehalten. Auf Basis dieser Angaben wurde eine umfangreiche Datenbank zu Statistiken und historischen Entwicklungen von Arbeitsstrukturen auf der ganzen Welt aufgebaut. Auch hier orientieren sich die meisten Unternehmen, Zertifikats- und Labelgeber an der Vorgabe der ILO.

Allerdings gibt es insbesondere in der arbeitsintensiven Elektronik- und Modeindustrie Bestrebungen, Löhne nach den tatsächlichen Lebenshaltungskosten zu zahlen, die vielfach höher sind. Und auch wenn sie gerecht bezahlt werden sollten, wer garantiert, dass die Arbeiter dafür nicht Überstunden machen mussten? Hier sind wir auf Aussagen und Verhaltenskodizes der Unternehmen angewiesen. Einige Unternehmen können zumindest herausfinden, ob und in welchem Maße bei ihren Zulieferern eine Arbeitszeit von 60 Stunden / Woche überschritten wurde. Das diese Zahlen transparent gemacht werden, muss aktuell schon als Fortschritt gesehen werden.

Dies ist einer der schwierigsten zu bewertenden Kriterien.

Die REACH-Verordnung ist eine am 1. Juni 2007 in Kraft getretene EU-Chemikalien-Verordnung. Dabei steht REACH für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals – also zu deutsch Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien.

Nach dieser Verordnung dürfen im Geltungsraum nur noch chemische Stoffe in den Verkehr gebracht werden, die vorab registriert und dessen Unbedenklichkeit bewiesen worden ist. Jedoch liegt die Verantwortung davon in der Industrie, also bei den Herstellern selber. Die Organisation und Kontrolle dieses Prozesses übernimmt die ECHA, die Europäische Chemikalienagentur.

Die geforderten Daten sind je nach Stofftyp komplex. So muss ein Hersteller für einen besorgniserregenden Stoff (also z.B. einen Stoff der krebserregend sein könnte) einen Stoffsicherheitsbericht und auch Expositionsszenarien angeben (Wie groß und wie einflussreich ist die Menge, die potenziell an Mensch und Umwelt abgegeben werden könnte?). Diese Daten müssen auch über eine Internetdatenbank öffentlich gemacht werden. Die Eingabe davon liegt aber wieder in der Verantwortung der Hersteller/Importeure und sind somit ungeprüft; die Qualität der Datenbank daher fragwürdig.

Nach der Registrierung wird der Stoff von den Mitgliedsstaaten bewertet und es werden gegebenenfalls Beschränkungs- bzw. Zulassungsverfahren angeordnet.

Wie immer ist also auch hier die Antwort nicht einfach und nicht vollkommen zufriedenstellend. Der Vorteil ist aber, dass die Handhabung in den unterschiedlichen EU Ländern einigermaßen harmonisiert und einheitlich sind.

Einige Labels und Zertifikate sind bezüglich gesundheitsgefährdenden Stoffen noch strenger als REACH. Auch wir von Treepoint haben uns beispielsweise bei der Bewertung von Kosmetik auf eine restriktivere Datenbank von http://www.cosmeticanalysis.com/ bezogen.

CSR bedeutet Corporate Social Responsibility und behandelt die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens. Grundlegend geht es hierbei um das Setzen und Verfolgen von Nachhaltigkeitszielen, die Erbringung eines positiven Beitrags zur Gesellschaft, aber auch um das Reduzieren von negativen Effekten. Dabei werden idealerweise alle Akteure einbezogen, also nicht nur Kunden und Investoren, sondern auch Mitarbeiter, Zulieferer und ähnliche.

Der Aufbau eines solchen Bereiches liegt im freiwilligen Ermessen des Unternehmens.

Mica bezeichnet eine Gruppe von natürlichen Mineralen, den sogenannten Glimmer, die u.a. in Granit, Marmor und Sandstein vorkommen. Wie der Name vermuten lässt, zeichnet sich Mica durch seine glänzenden Eigenschaften aus, bietet aber auch UV-Schutz, so dass es ein beliebter Rohstoff in der Kosmetikindustrie ist – auch in der Naturkosmetik. Andere Industrien nutzen Mica für Lacke oder als Isolator für Elektronikteile. Auf zahlreichen Kosmetikartikeln findet sich Mica auch unter der Bezeichnung „CI 77019“. Das Hauptproblem beim Abbau natürlichen Micas ist, dass es mehrheitlich aus illegalen Gruben im Nordosten von Indien stammt. Dort ist der Mica-Abbau verboten. Doch fehlt den bitterarmen Menschen eine Lebensgrundlage, so dass Kinderarbeit sehr weit verbreitet ist. Kinderarbeit ist in Indien offiziell unter 14 Jahren verboten; die jungen Kinder dort jedoch müssen arbeiten, um zu essen.

Die deutsche Firma Merck ist neben China einer der Hauptabnehmer von Mica und liefert den bearbeiteten Rohstoff anschließend an bekannte Kosmetikhersteller wie L’Oréal. Sie beteuern Transparenz in der Lieferkette und starten Hilfsprojekte vor Ort, doch Korruption und schiere Verzweiflung der Menschen führern dazu, dass diese Transparenz noch nicht wirklich vorhanden ist.

 

Melde Dich gerne über unsere Kontaktseite und sag uns, wo wir relevante Informationen zur Nachhaltigkeitsstrategie Deiner Firma finden können.

Unser Ziel ist es, über unsere Webseite hinaus in Onlineshops integriert zu werden. Dort können die Treepointbewertungen neben den Produkten dargestellt werden und Dein Onlineshop hat ein Alleinstellungsmerkmal. Wir freuen uns, von Dir zu hören. Bitte schreib uns eine Nachricht über das Kontaktformular, und wir besprechen alles Weitere.