Unternehmensvorstellung

C&A

Das 180 Jahre alte Familienunternehmen C&A belegt im Fashion Transparency Index 2020 den 2. Platz hinter H&M. Positiv hervorzuheben in C&A’s Streben nach Nachhaltigkeit sind vor allem der Einsatz für Kinderrechte und Schulbildung, die Maßnahmen zu Kreislaufwirtschaft, das Verwenden nachhaltiger Baumwolle und das Durchführen unangekündigter Audits in den Fabriken. Negativ sind die Richtlinien zur Lohnzahlung und Arbeitszeit, die den Fabriken viel Spielraum eröffnen.

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C&A Logo

Unternehmensbewertung

Generelles

Gibt es einen NachhaltigkeitsberichtUnternehmen innerhalb der EU mit mehr als 500 Mitarbeitern sind verpflichtet, regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. Darin werden die Tätigkeiten, Entwicklungen und Ziele der Organisation für eine nachhaltige Entwicklung dargelegt. Die genannten Standards stellen sicher, dass der Bericht ein Qualitätsmaß einhält. nach dem Standard GRI, DNK oder CSR-RUG? Ja, von 2018 ( 5/5 P )
Hat das Unternehmen Nachhaltigkeits-ZertifikateEs gibt mehrere Gütesiegel bzw. Zertifikate, die international als Nachweis der Einhaltung von bestimmten Nachhaltigkeitskriterien angesehen werden. In Normalfall geht es darum, Messdaten zu sammeln um auf dieser Basis Verbesserungen einzuleiten. Ein Zertifikat bedeutet erst einmal also, dass sich ein Unternehmen in diesem Bereich verbessern will. ? Ja, ISO 14001 ( 5/5 P )
Gibt es eine:n CSRDer Begriff Corporate Social Responsibility behandelt die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, die über den gesetzlichen Anforderungen hinaus geht. Beauftragte:n oder ein entsprechendes Gremium? Ja ( 5/5 P )
Unterstützt das Unternehmen lokale Projekte? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 25/25 Punkten

Soziales

Gibt es aktive Gesundheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter? Unklar ( 0/5 P )
Wird Diversität begrüßt und gefördert? Ja ( 5/5 P )
Sind die Arbeitszeiten in einem vertretbaren Rahmen? Unklar ( 0/5 P )
Wird ein angemessener LohnHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. gezahlt? Unklar ( 0/5 P )
Wird KinderarbeitHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. in allen Produktionsstätten und bei allen Zulieferern verboten? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz der Lieferkette? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter? Ja ( 5/5 P )
insgesamt 20/35 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Ökologisches

Wird mindestens 50% der genutzten Energie aller Standorte von erneuerbaren Quellen gespeist? Nein ( 0/10 P )
Wurden die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Nein ( 0/5 P )
Wurde die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Nein ( 0/5 P )
Gibt es Recyclingmaßnahmen? Ja ( 10/10 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz nachhaltiger Geschäftspartner? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 20/40 Punkten

Gesamtergebnis

65/100 Punkten

3 1/2 Treepoints
Fragen können nur mit „Ja“ oder „Nein“ (bzw. „Unklar“) beantwortet werden. Entsprechend erhält ein Unternehmen immer die volle oder keine Punktzahl. Wenn eine Frage auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten. Mehr Informationen darüber wie wir bewerten findest Du hier. Mehr Informationen zu Fachbegriffen findest du in unserem FAQ.

Eines muss hier vorab gewürdigt werden: C&A ist im Vergleich zu vielen anderen Modemarken und Einzelhändlern sehr transparent über ihre Maßnahmen und den Grad der Zielerreichung. 

Das Unternehmen nutzt seit 2018 den Higg Index, um seine Zulieferer hinsichtlich der Umwelteinflüsse zu bewerten. 

In ihrem eigenen Supply Chain Rating offenbart sich, dass nur ein sehr geringer Teil der über 700 Lieferanten ein A-Scoring erhält. In Bangladesch, wo am meisten Produkte für C&A hergestellt werden, erreichen nur 27% der Fabriken ein A- oder B-Rating. 8% erhielten in Bangladesch ein E, was bedeutet, dass C&A laut Code of Conduct eigentlich keine Kleider mehr in diesen Fabriken herstellen lassen darf.  Hier hat der Lieferant jedoch 6 Monate Zeit, die Punkte zu verbessern. 

Die „Zero Tolerance“-Regeln von C&A, die in einem E-Rating resultieren, sind sehr niederschwellig, z.B. muss ein Fabrikant über 50% seiner Arbeiter nicht den gesetzlichen Mindestlohn gezahlt oder die Maximalarbeitszeit eingehalten haben … ist die Zahl der Mitarbeiter darunter, ist es also noch „ok“. 

C&A setzt sich zwar für ein „Living Wage“ ein, also für eine Lohnzahlung, die tatsächlich den finanziellen Anforderungen an ein Leben in dem jeweiligen Land entspricht, legt aber nicht offen, was sie tatsächlich für Lohnkosten kalkulieren. Sie referenzieren im Lieferantenscoring stets auf den Mindestlohn, der in den betroffenen Ländern oft viel niedriger ist als der tatsächlich benötigte Lohn. 

C&A hat aufgrund der Covid-19-Maßnahmen Aufträge in Milliardenhöhe in den Zulieferbetrieben storniert. Nach eigenen Angaben wurden die Geschäftsbeziehungen wieder aufgenommen, in welchem Umfang ist nicht nachprüfbar.

2017 begann C&A,als erster Einzelhändler, „Cradle to Cradle“-zertifizierte T-Shirts und später Jeans auf den Markt zu bringen, komplett aus Biobaumwolle ohne toxische Schadstoffe im Herstellungsprozess.  Die Learnings daraus teilt C&A mit anderen Marken und Einzelhändlern. Bis einschließlich 2018 kamen etwa 4 Millionen Cradle to Cradle-zertifizierte Kleidungsstücke in die Läden.

C&A betreibt ein „Take it Back“-Programm, bei dem Menschen ihre alte Kleidung zurückgeben und dafür ein 15%-Gutschein erhalten. Auch dies ist ein Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

In diesem Jahr will C&A es schaffen:

  • Kollektionen zu 2/3 aus nachhaltigen Materialien herausbringen,
  • auf Verwendung bedenklicher Chemikalien in der Lieferkette verzichten und
  • die Arbeitsbedingungen der Lieferanten verbessern.

Die Frage der Ernsthaftigkeit der Bestrebungen wird sich in den kommenden Monaten zeigen, in denen C&A aufgrund der Covid-19-Krise mit schweren Umsatzeinbußen zu kämpfen hat. 

  • 1841 gründen die beiden jungen Brüder Clemens und Alfred Brenninkmeijer das Unternehmen „C&A Brenninkmeijer“ im niederländischen Sneek.
  • Sie lebten direkt über dem Lagerraum und versorgten die Bevölkerung mit Kleidung, indem sie von Haus zu Haus zogen.
  • 1860 Eröffnung des ersten Geschäftes
  • bis 1900 Expansion mit mehreren Filialen in den Niederlanden
  • C&A fokussierte sich auf die Arbeiter und wachsende Mittelschicht.
  • Durch geringe Margen und verbesserte Produktionstechnik gewannen sie immer mehr Kundschaft, die sich Konfektionskleidung zuvor nicht leisten konnten.
  • 1911 Start in Deutschland mit dem 1. Laden am Berliner Alexanderplatz
  • C&A führt mechanische Kassensysteme, Rolltreppen und Selbstbedienung ein.
  • Während des 3. Reiches profitierte C&A von  Zwangsenteignungen jüdischer Immobilien und beschäftigte Zwangsarbeiter. Die Geschichte ließ das Unternehmen ab 2011 aufarbeiten.
  • Heute: In seinen 1.575 Filialen begrüßt C&A täglich mehr als 2 Millionen Kunden.
  • C&A arbeitet mit 600 offiziellen Vertriebspartnern aus 40 Ländern zusammen.
  • C&A beschäftigt etwa 35.000 Mitarbeiter, davon mehr als 350 Designer, Stylisten und Einkäufer in den Zentralen in Brüssel und Düsseldorf.
  • C&A befindet sich bis heute im Besitz der Gründerfamilie (über die COFRA Holding AG).