Unternehmensvorstellung

H&M

H&M-für viele der Inbegriff von „Fast Fashion“. Aber wer hätte gedacht, dass die Konzernmutter H&M Group Gründungsmitglied der Sustainable Apparel Coalition ist, die sich für Standards, Benchmarks und kontinuierliche ökologische und soziale Verbesserung der Lieferkette in der Textilindustrie einsetzt? H&M führt das Ranking des „Fashion Transparency Index 2020“ mit Abstand an. Trotzdem gibt es noch viel zu tun.

4 Treepoints
H&M Logo

Unternehmensbewertung

Generelles

Gibt es einen NachhaltigkeitsberichtUnternehmen innerhalb der EU mit mehr als 500 Mitarbeitern sind verpflichtet, regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. Darin werden die Tätigkeiten, Entwicklungen und Ziele der Organisation für eine nachhaltige Entwicklung dargelegt. Die genannten Standards stellen sicher, dass der Bericht ein Qualitätsmaß einhält. nach dem Standard GRI, DNK oder CSR-RUG? Ja, von 2019, GRI ( 5/5 P )
Hat das Unternehmen Nachhaltigkeits-ZertifikateEs gibt mehrere Gütesiegel bzw. Zertifikate, die international als Nachweis der Einhaltung von bestimmten Nachhaltigkeitskriterien angesehen werden. In Normalfall geht es darum, Messdaten zu sammeln um auf dieser Basis Verbesserungen einzuleiten. Ein Zertifikat bedeutet erst einmal also, dass sich ein Unternehmen in diesem Bereich verbessern will. ? Unklar ( 0/5 P )
Gibt es eine:n CSRDer Begriff Corporate Social Responsibility behandelt die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, die über den gesetzlichen Anforderungen hinaus geht. Beauftragte:n oder ein entsprechendes Gremium? Ja ( 5/5 P )
Unterstützt das Unternehmen lokale Projekte? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 20/25 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Soziales

Gibt es aktive Gesundheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter? Unklar ( 0/5 P )
Wird Diversität begrüßt und gefördert? Ja ( 5/5 P )
Sind die Arbeitszeiten in einem vertretbaren Rahmen? Unklar ( 0/5 P )
Wird ein angemessener LohnHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. gezahlt? Ja ( 5/5 P )
Wird KinderarbeitHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. in allen Produktionsstätten und bei allen Zulieferern verboten? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz der Lieferkette? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter? Ja ( 5/5 P )
insgesamt 25/35 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Ökologisches

Wird mindestens 50% der genutzten Energie aller Standorte von erneuerbaren Quellen gespeist? Ja ( 10/10 P )
Wurden die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Nein ( 0/5 P )
Wurde die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Nein ( 0/5 P )
Gibt es Recyclingmaßnahmen? Ja ( 10/10 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz nachhaltiger Geschäftspartner? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 30/40 Punkten

Gesamtergebnis

75/100 Punkten

4 Treepoints
Fragen können nur mit „Ja“ oder „Nein“ (bzw. „Unklar“) beantwortet werden. Entsprechend erhält ein Unternehmen immer die volle oder keine Punktzahl. Wenn eine Frage auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten. Mehr Informationen darüber wie wir bewerten findest Du hier. Mehr Informationen zu Fachbegriffen findest du in unserem FAQ.

H&M ist ein schwedisches Textilunternehmen aus Stockholm. Das Unternehmen wurde durch die Covid-19-Krise durch Zwangsschließungen der Läden 2020 stark betroffen. Als erster Modekonzern ließ H&M Anfang April verkünden, bereits getätigte Aufträge in asiatischen Fabriken nicht zu stornieren, sondern abzunehmen und regulär zu bezahlen.

Der Nachhaltigkeitsbericht ist sehr ausführlich und transparent. Hervorzuheben ist das Engagement der H&M Group im Bereich „Living Wage“, das über das lokale „Minimum Wage“ hinausgeht und von H&M auch gezahlt wird. Das Unternehmen arbeitet in vielen Initiativen an einer Verbesserung der sozialen und ökologischen Standards und veröffentlicht als einzige Firma das Ergebnis der ökologischen Lieferkettenanalyse. Hier zeigen sich die Problemfelder der Textilindustrie deutlich: Chemikalien, Emissionen und der Umgang mit Wasser.

Insgesamt kam H&M Group 2018 auf einen Score von 47/100 Punkten. H&M Group hat 6 „National Monitoring Commitees“ in Bangladesch, Kambodscha, Indien, Türkei, Indonesien und Myanmar eingerichtet, um soziale Missstände zu identifizieren und interne Richtlinien zu überwachen. Die größten sozialen Missstände, die in der Lieferkette identifiziert wurden, waren Lohn- und Arbeitszeit. H&M beschreibt keine konkreten Maßnahmen zur Reduktion der Überstunden oder generell der Arbeitszeiten, obwohl dieser Faktor sehr beeinflussbar durch Auftraggeber wie H&M wäre, die durch schnell wechselnde Kollektionen Aufträge an die Fabriken mit Zeitdruck vergeben.

Kritisiert wurde in Medienberichten bereits vor 3  Jahren, dass H&M in großem Ausmaß in Dänemark Kleidung verbrennt, die nach eigenen Aussagen nicht verkaufsfähig war. Der Anteil dessen halbierte sich dann im Vergleich zum Vorjahr (2018), was zeigt, dass öffentlicher Druck zu sinnvollen Maßnahmen führt.

Verbesserungswürdig bleiben die Herstellung und Verarbeitung der Rohstoffe – nur 57% des Leders ist chromfrei, nur knapp 12% der Wolle stammt von Farmen, die nach dem „Responsible Wool Standard“ zertifiziert sind. Bei der Baumwolle stammen laut Unternehmensangaben der H&M Group 97% aus nachhaltigen Quellen, sind also recycelt, Bio oder nach dem BCI-Standard angebaut. Leider ist der BCI-Standard so gering, dass es die wirklich notwendige Trendwende zu Bio-Baumwolle eher verhindert, als fördert. Davon profitiert auch H&M, die sich mit einem Label schmücken, das Kleidung aus konventioneller Baumwolle „grüner“ werden lässt.

Trotzdem ist ein klarer positiver Trend bei H&M deutlich und lässt hoffen, dass das Unternehmen seine Einkaufsmacht weiter nutzt, um die Zustände bei seinen Lieferanten zu verbessern.

  • 1946 kam Erling Persson von einer Reise aus den USA mit der Idee zurück, günstig Kleidung anzubieten.
  • 1947 eröffnete er sein erstes Damenmodengeschäft „Hennes“, was im Schwedischen soviel wie „Für sie“/“Ihres“ bedeutet.
  • 1968: Übernahme des Jagdbekleidungshändlers Mauritz Widforss, was zur Änderung des Names in „Hennes und Mauritz“ und Aufnahme der ersten Herren- und Kinderkollektion führte
  • 1970er: Notierung an der Stockholmer Börse und erster Shop außerhalb Skandinaviens in London eröffnet
  •  1980er: Expansion der Shops in Europa
  • 2000er: Expansion nach Asien und in die USA
  • 2004: erstmals Zusammenarbeit mit Designern wie Karl Lagerfeld
  • 2006: Expansion in den Online Shop
  • Gründung der Stiftung „H&M Conscious Foundation“
  • 2008 kaufte H&M das schwedische Modeunternehmen Fabric Scandinavien und übernahm die Marken Monki, Cheap Monday und Weekday
  • 2010: erste „Conscious Collection“ aus nachhaltigen Materialien und 2000ste Laden in Osaka, Japan, eröffnet
  • 2013: Der 3000ste Laden wird in Chengdu, China, eröffnet.
  • 2019 hat H&M allein in Deutschland ca. 3,2 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet. Global ist H&M nach Umsatz die Nr. 2 der „Fast Fashion“ Retailer hinter dem spanischen Konzern Inditex (u.a. Marke Zara).