Unternehmensvorstellung

Patagonia

Eine Firma, die sich selbst als „Activist Company“ bezeichnet und 1% ihres Umsatzes an Umweltgruppen spendet – jährlich. Berühmt ist die Werbekampagne „Don’t buy this jacket“, um auf überflüssigen Konsum aufmerksam zu machen. 

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Patagonia Logo

Unternehmensbewertung

Generelles

Gibt es einen NachhaltigkeitsberichtUnternehmen innerhalb der EU mit mehr als 500 Mitarbeitern sind verpflichtet, regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. Darin werden die Tätigkeiten, Entwicklungen und Ziele der Organisation für eine nachhaltige Entwicklung dargelegt. Die genannten Standards stellen sicher, dass der Bericht ein Qualitätsmaß einhält. nach dem Standard GRI, DNK oder CSR-RUG? Nein ( 0/5 P )
Hat das Unternehmen Nachhaltigkeits-ZertifikateEs gibt mehrere Gütesiegel bzw. Zertifikate, die international als Nachweis der Einhaltung von bestimmten Nachhaltigkeitskriterien angesehen werden. In Normalfall geht es darum, Messdaten zu sammeln um auf dieser Basis Verbesserungen einzuleiten. Ein Zertifikat bedeutet erst einmal also, dass sich ein Unternehmen in diesem Bereich verbessern will. ? Ja ( Certified B, 5/5 P )
Gibt es eine:n CSRDer Begriff Corporate Social Responsibility behandelt die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, die über den gesetzlichen Anforderungen hinaus geht. Beauftragte:n oder ein entsprechendes Gremium? Ja ( 5/5 P )
Unterstützt das Unternehmen lokale Projekte? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 20/25 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Soziales

Gibt es aktive Gesundheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter? Ja ( 5/5 P )
Wird Diversität begrüßt und gefördert? Ja ( 5/5 P )
Sind die Arbeitszeiten in einem vertretbaren Rahmen? Ja ( 5/5 P )
Wird ein angemessener LohnHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. gezahlt? Ja ( 5/5 P )
Wird KinderarbeitHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. in allen Produktionsstätten und bei allen Zulieferern verboten? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz der Lieferkette? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter? Ja ( 5/5 P )
insgesamt 35/35 Punkten

Ökologisches

Wird mindestens 50% der genutzten Energie aller Standorte von erneuerbaren Quellen gespeist? Ja ( 10/10 P )
Wurden die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Unklar ( 0/5 P )
Wurde die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Unklar ( 0/5 P )
Gibt es Recyclingmaßnahmen? Ja ( 10/10 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz nachhaltiger Geschäftspartner? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 30/40 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Gesamtergebnis

85/100 Punkten

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Fragen können nur mit „Ja“ oder „Nein“ (bzw. „Unklar“) beantwortet werden. Entsprechend erhält ein Unternehmen immer die volle oder keine Punktzahl. Wenn eine Frage auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten. Mehr Informationen darüber wie wir bewerten findest Du hier. Mehr Informationen zu Fachbegriffen findest du in unserem FAQ.

Amerikanische Firmen sind nicht unbedingt bekannt als Pioniere für Umweltschutz und nachhaltiges Wirtschaften. Patagonia mit Sitz in Ventura, Kalifornien macht hier eine Ausnahme. Der Gründer, Outdoor- Liebhaber und Abenteurer Yvon Chouinard, beschreibt in seinem Buch „let my people go surfing“, wie sich Patagonia bereits Anfang der 70er Jahre für den lokalen Umweltschutz in Kalifornien einsetzte. Für ihn war dies die logische Schlussfolgerung aus seiner Liebe zur Natur, die erst dazu geführt hatte, dass Patagonia existiert. Bereits in den 90ern stieg Patagonia auf Bio-Baumwolle um, da 25% der gesamten weltweit eingesetzten Pestizide aus dem Baumwollanbau stammten und riesige Mondlandschaften hinterließen. Ein Großteil der Produkte von Patagonia ist Fair Trade- sowie bluesign-zertifiziert und aus recycletem Material hergestellt. Auch können die Kunden abgetragene Patagonia-Sachen gegen Geld in die Geschäfte bringen, wo sie gesammelt und recyclet werden. Mit ihrer Anzeige 2011 in der New York Times „Don’t buy this jacket“ gewann Patagonia viel Aufmerksamkeit und neue Kunden (die die Jacke dann kauften), wollten hiermit aber auf überflüssigen Konsum aufmerksam machen.  Die Standorte in den USA werden zu 100% mit Ökostrom versorgt; global sind es 76%. Mit der Initiative „Action works“ bringen sie Freiwillige, die sich für die Umwelt engagieren wollen mit Organisationen, die Hilfe benötigen, zusammen.  Jeder Mitarbeiter hat das Recht, bis zu 2 Monate im Jahr bezahlt für Umweltgruppen zu arbeiten, um danach die Erfahrung wieder in die Firma zu tragen. Patagonias Motto ist trotz dessen Größe „Business unusual“, die diese Freiheit nach eigenen Angaben nur haben, weil sie ein inhabergeführtes Unternehmen und keine Aktiengesellschaft sind. Ausbaufähig ist dennoch die Transparenz über tatsächliche Emissionen und Abfälle; es gibt keinen standardisierten Nachhaltigkeitsbericht. Dies wäre zu wünschen, zumal sich Patagonia zum Ziel gesetzt hat, bis 2025 inklusive der gesamten Lieferkette klimaneutral zu werden.

  • Die Geschichte von Patagonia beginnt der Firma „Chouinard Equipment“ 1957, als Yvon Chouinard aus Liebe zum Klettersport Kletterhaken schmiedet.
  • Er schmiedet in den 60ern mit Kletterfreunden in einer größeren Werkstatt in Ventura, jedoch galt es „Arbeit, um zu leben“ und nicht „Leben, um zu arbeiten“. Die Sommermonate verbrachten sie beim Klettern im Yosemete-Nationalpark.
  • Die Nachfrage nach Kletterausrüstung stieg. 1970 war „Chouinard Equipment der größte Anbieter von Kletterausrüstung in den USA
  • Anfang der 70er stieg Chouinard in das Geschäft für Funktionskleidung ein – der Beginn der Marke „Patagonia“
  • Ihn verband Freundschaft mit Doug Tompkins, dem Gründer von Esprit und „The North Face, der später als Umweltaktivist in Patagonien riesige Gebiete kaufte, um sie vor der Zerstörung zu retten. Ihm verdankt Patagonia seinen Namen.
  • In den 80ern stieg die Nachfrage sprunghaft an. Chouinard machte sich Gedanken, ob das Wachstum von Patagonia seine Werte zum Umweltschutz verrät.
  • Sie gründen die KITA für Mitarbeiterkinder (damals sehr selten in den USA) und gaben bezahlte Elternzeit 
  • Mitte der 90er steigt Patagonia auf Bio-Baumwolle um
  • 1999 Mitgründung der Fair Labor Association
  • 2010 deckt die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ auf, dass Daunenzulieferer Gänse gestopft und lebend gerupft haben
  • Seit 2014 sind alle Daunenprodukte mit „Tracable Down“ zertifiziert und die Herkunft nachverfolgt
  • 2015 erschüttert ein weiterer Skandal Patagonia, nachdem PETA grobe Tierschutzverstöße eines Woll-Lieferanten in Argentinien aufdeckt und zum Boykott von Patagonia-Kleidung aufruft
  • Patagonia reagiert sofort und kündigt die Zusammenarbeit
  • Mit „Worn Wear“ können Kunden ihre Produkte reparieren lassen oder als Second Hand in Online- und physischen Stores erwerben

Quelle: https://wornwear.patagonia.com/, https://www.patagonia.com/environmental-internship-program.html, https://eu.patagonia.com/de/de/company-history.html, https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2017/marketing/profit-unter-protest