Unternehmensvorstellung

Primark

Primark ist der Inbegriff von Fast Fashion – schnelle Trends, billige Preise. Schon oft stand das britisch-irische Unternehmen in der Kritik, unschlagbare Preise nur auf Kosten der Arbeiter in den Fabriken anbieten zu können.  Ernsthaftes und sichtbares Streben zugunsten einer Kreislaufwirtschaft sowie dem Streben nach höheren Löhnen oder Verwendung von Bio-Baumwolle bleiben ein Mangel bei Primark. Positiv sind die Vor-Ort-Audits, die jährlich in den Fabriken stattfinden.

3 Treepoints
Primark Logo

Unternehmensbewertung

Generelles

Gibt es einen NachhaltigkeitsberichtUnternehmen innerhalb der EU mit mehr als 500 Mitarbeitern sind verpflichtet, regelmäßige Nachhaltigkeitsberichte zu veröffentlichen. Darin werden die Tätigkeiten, Entwicklungen und Ziele der Organisation für eine nachhaltige Entwicklung dargelegt. Die genannten Standards stellen sicher, dass der Bericht ein Qualitätsmaß einhält. nach dem Standard GRI, DNK oder CSR-RUG? Ja, von 2019, aber kein Standard ( 0/5 P )
Hat das Unternehmen Nachhaltigkeits-ZertifikateEs gibt mehrere Gütesiegel bzw. Zertifikate, die international als Nachweis der Einhaltung von bestimmten Nachhaltigkeitskriterien angesehen werden. In Normalfall geht es darum, Messdaten zu sammeln um auf dieser Basis Verbesserungen einzuleiten. Ein Zertifikat bedeutet erst einmal also, dass sich ein Unternehmen in diesem Bereich verbessern will. ? Ja, ISO 50001 ( 5/5 P )
Gibt es eine:n CSRDer Begriff Corporate Social Responsibility behandelt die gesellschaftliche Verantwortung eines Unternehmens, die über den gesetzlichen Anforderungen hinaus geht. Beauftragte:n oder ein entsprechendes Gremium? Ja ( 5/5 P )
Unterstützt das Unternehmen lokale Projekte? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 20/25 Punkten

Soziales

Gibt es aktive Gesundheitsmaßnahmen für die Mitarbeiter? Unklar ( 0/5 P )
Wird Diversität begrüßt und gefördert? Ja ( 5/5 P )
Sind die Arbeitszeiten in einem vertretbaren Rahmen? Unklar ( 0/5 P )
Wird ein angemessener LohnHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. gezahlt? Unklar ( 0/5 P )
Wird KinderarbeitHierbei orientieren wir uns an die Konventionen der ILO, die international anerkannt wird. in allen Produktionsstätten und bei allen Zulieferern verboten? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz der Lieferkette? Ja ( 5/5 P )
Gibt es aktive Weiterbildungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter? Unklar ( 0/5 P )
insgesamt 15/35 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Ökologisches

Wird mindestens 50% der genutzten Energie aller Standorte von erneuerbaren Quellen gespeist? Unklar ( 0/10 P )
Wurden die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Unklar ( 0/5 P )
Wurde die Abfallmenge im Vergleich zum Vorjahr reduziert? Unklar ( 0/5 P )
Gibt es Recyclingmaßnahmen? Ja ( 10/10 P )
Gibt es aktive Maßnahmen zur Transparenz nachhaltiger Geschäftspartner? Ja ( 10/10 P )
insgesamt 20/40 Punkten

Eine Frage, die auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten.

Gesamtergebnis

55/100 Punkten

3 Treepoints
Fragen können nur mit „Ja“ oder „Nein“ (bzw. „Unklar“) beantwortet werden. Entsprechend erhält ein Unternehmen immer die volle oder keine Punktzahl. Wenn eine Frage auf Grund von fehlenden Informationen nicht klar beantwortet werden kann, werten wir sie als „Unklar“ mit 0 Punkten. Mehr Informationen darüber wie wir bewerten findest Du hier. Mehr Informationen zu Fachbegriffen findest du in unserem FAQ.

Primark spaltet die Gemüter. Während sich Menschen vor der Eröffnung einer neuen Filiale die Füße plattstehen, um als erster in den Genuss der billigen Modetrends zu kommen, würden andere nie einen Fuß dort hineinsetzen. 

Im Fashion Transparency Index 2020 erhält Primark 38 von 100 möglichen Punkten (im Vgl. hat Zalando übrigens 39 Punkte). Das bedeutet, dass das Unternehmen zwar transparent seine Policies zu Themen wie Diversität, Fairness, Gesundheit etc. veröffentlicht, deren Verankerung aber nicht durch konkrete Maßnahmen, verbindliche Ziele oder Anreizsysteme für nachhaltiges Wirtschaften seiner Mitarbeiter sichtbar macht.

Während bei H&M die Kreislaufwirtschaft ein zentrales Thema der Nachhaltigkeitsbemühungen ist, findet sich bei Primark wenig zu diesem Thema. Primark ist zwar seit 2018 Mitglied der Initiative „Make Fashion Circular“, konkrete nach außen bzw. an den Kunden gerichtete Initiativen sind jedoch kaum sichtbar. Das Vorhaben, zunehmend recyceltes Material zu verarbeiten, wird nicht mit Zielvorgaben verbunden.

Primark gründete 2013 das „Primark Sustainable Cotton Programme“ mit dem Ziel, Baumwollfarmer in umweltfreundlicheren Anbaumethoden zu schulen. Dennoch lag der Anteil an nachhaltig angebauter Baumwolle nur bei 5% in 2018 (aktuellere Zahlen wurden nicht reportet); die Verwendung von Bio-Baumwolle wird nicht als Ziel angegeben. Hier verschenkt Primark eine wichtige Chance, die Lebens- und Einkommensbedingungen der Bauern langfristig zu verbessern.

Auch zum Thema „Living Wage“, also dem Streben danach, den Arbeitern Löhne zu zahlen, von denen sie leben können, wird nichts herausgegeben. Einige Unternehmen, u.a. VAUDE, nehmen die Arbeitskosten aus den zu verhandelnden Preisen als Faktor heraus, um Lohndumping auf Kosten der Arbeiter zu vermeiden. Hierzu bezieht Primark allerdings keine Stellung.

Positiv ist der hohe Anteil an Frauen auf Senior-Level (etwa 50%), die Teilnahme am HIGG-Index für Fabriken, die zahlreichen Audits in den Fabriken und die Partnerschaft mit UNICEF, um benachteiligten Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen.

  • Ende der 60er Jahre beauftragt der Kanadier und Gründer von Associated British Foods, W. Garfield Weston, den Iren Arthur Ryan damit, mit 50.000 Pfund eine Discounterkette zu gründen. 
  • 1969 wird der erste Laden unter dem Namen „Penneys“ in Dublin eröffnet, das heute noch existiert und Sitz des Vorstandes ist.
  • 1973 Expansion nach UK
  • Aufgrund drohender Namensrechtsverletzung wurde Penneys zwar in Irland beibehalten, im Ausland jedoch in Primark umbenannt.
  • 2006 erster neuer Markt außerhalb UKs/Irlands in Madrid
  • 2008 Eröffnung von Märkten in den Niederlanden
  • 2009 übernimmt Brite Paul Marchant die Unternehmensführung von Arthur Ryan.
  • 2009 folgen Portugal, Deutschland, Belgien.
  • September 2015 Expansion in die USA mit 1. Shop in Boston
  • 2016 Italien
  • April 2019 Größter Primark-Laden in Birmingham mit 14.800 qm auf 5 Etagen
  • Juli 2019 Gründer Arthur Ryan stirbt
  • Primark ist immer noch Tochter der Firma Associated British Foods, die wiederum mehrheitlich der Weston-Familie gehört.
  • Das Unternehmen beschäftigt ca. 78.000 Mitarbeiter und machte 2019 etwa 7,8 Milliarden GBP Umsatz.