Indische Bauern bespritzen ihre Baumwollpflanzen ohne Schutzkleidung mit Herbiziden

Warum Bio-Baumwolle die bessere Wahl ist

Bei unseren Recherchen bezüglich Mode und Textilien stießen wir immer wieder auf das Thema Bio-Baumwolle. An sich sprechen die vielen Vorteile klar für Bio-Baumwolle – aber mit einem Anteil von nur 1% des weltweiten Textilfaserverbrauches ist ihr Einsatz verschwindend gering! Nach meiner initialen Empörung habe ich mich gefragt, warum das so ist und wer überhaupt etwas daran ändern könnte. Diesen Fragen gehe ich im Folgenden nach. Die Fakten sind teilweise sehr hart, die Zusammenhänge komplex. Manch einer wird versucht sein, beim Lesen abzubrechen, weil er sich angesichts dieses Wissens machtlos fühlt. Aber wir haben auch einige Handlungsempfehlungen am Ende des Artikels. Alle die ungeduldig sind, können sie gleich hier lesen. Jedoch glauben wir von Treepoint, dass wir umso bessere Entscheidungen treffen können, je informierter wir sind.

Fakten zu Baumwolle generell

Laut einer aktuellen Veröffentlichung der Non-Profit Organisation Textile Exchange war 2019 Baumwolle mit 23 % die weltweit zweithäufigst produzierte Faser in der Textilindustrie.

Textile Exchange - weltweite Faserproduktion 2019
Weltweite Faser Produktion 2019 in Millionen „MT“ (metric ton = Tonne) und Prozent:
Baumwolle („Cotton“) machte mit 25,7 Millionen Tonnen 23,2% der weltweiten Faserproduktion aus.
Quelle: Textile Exchange „Preferred Fiber Material Market Report 2019“

Textilindustrie bedeutet mehr als nur Mode; tatsächlich werden in der Automobilindustrie, im Baugewerbe und ähnlichen Branchen ebenfalls sehr viele Textilien eingesetzt.

Baumwolle wird in etwa 80 Ländern angebaut, nur 19 davon bauen Bio-Baumwolle an. Mit 47 % ist Indien der Haupt-Zulieferer für Bio-Baumwolle. In sogenannten Entwicklungsländern ist Baumwolle eine der wichtigsten Einnahmequellen. Somit hat die Textilindustrie direkten und indirekten positiven wie negativen Einfluss auf das Leben dieser Menschen.

Was für Unterschiede gibt es bei Baumwolle?

Von der weltweit in der Textilindustrie eingesetzten Baumwolle sind 75 % nach „konventionellen“ Methoden angebaut. Die restlichen 25 % sind sogenannte „preferred cotton“: bevorzugte Baumwolle aus den Standards Organic Fair Trade, Bio, Fair Trade, Better Cotton Initiative (BCI) und seine Partner, Cotton made in Africa (CmiA), the REEL Cotton Program und recycelte Baumwolle.

Textile Exchange Martanteil von bevorzugter Baumwolle 2012-19
Marktanteil von bevorzugter Baumwolle, Quelle: Textile Exchange „Preferred Fiber Material Market Report 2019“

Bevorzugte Baumwolle bezieht also bei der Herstellung die ökologische und/oder soziale Nachhaltigkeit mit ein. Anhand einiger involvierten Organisationen und Standards lassen sich gut die Unterschiede aufzeigen:

Fairtrade Cotton Logo

Organic-Fair Trade Cotton: Sowohl ökologisch angebaute als auch fair gehandelte Baumwolle. Die Bauern organisieren sich in demokratische Produzenten-Gemeinschaften. Der Fokus ist jedoch mehr auf der sozialen Ebene. Es wird ein sorgfältiger Umgang mit Chemikalien gefordert, synthetische Pestizide sind eingeschränkt, aber nicht verboten.

Fairtrade Logo

Fair Trade: Unterstützung von Kleinbauern und Arbeitern. Die Bauern organisieren sich in demokratischen Produzenten-Gemeinschaften. Dafür wird ihnen ein Fairtrade Minimalpreis und eine zusätzliche Prämie zugesichert, die für die Weiterentwicklung der Gemeinschaft eingesetzt werden soll. Im Fairtrade Standard sind genetisch modifizierte Samen untersagt.

Cotton made in Africa Logo

Cotton made in Africa (CmiA): Auch hier werden Kleinbauern gefördert, jedoch wie der Name sagt nur in Afrika. Die Bauern müssen diverse ökologische und soziale Auflagen einhalten, damit ihre Baumwolle als CmiA klassifiziert wird. Auch hier sind keine genetisch modifizierten Samen erlaubt. Die Einnahmen aus dem Label kommen der Infrastruktur der Bauern zugute. Der Standard wird durch die Aid by Trade Foundation finanziert, eine von Prof. Dr. Michael Otto (Sohn von Werner Otto von der Otto Group) ins Leben gerufene Stiftung. CmiA agiert jedoch unabhängig von der Otto Group.

Better Cotton Initiative Logo

Better Cotton Initiative (BCI): Arbeitet auf eine stetige Verbesserung in der Baumwollproduktion hin. Teilnehmende Anbauer müssen einen Minimalstandard ökologischer und sozialer Aspekte erfüllen. Die Anforderungen steigen mit der Zeit. Die Idee ist es also, die breite Masse an Bauern nach und nach zu nachhaltigen Anbaumaßnahmen zu führen. Es gibt jedoch auch Kritik an dem Standard: Da die Anforderungen deutlich niedriger sind als bei anderen Labels, wechseln wohl vermehrt Bauern von Bio-Baumwolle zu BCI (wo sie Pestizide und chemische Düngemittel verwenden dürfen und – zumindest kurzfristig – mehr Erträge machen). Außerdem ist es den Baumwollhändlern erlaubt, das Label für die gesamte Baumwolle im Lager zu verwenden, auch wenn nur ein geringer Anteil der Baumwolle überhaupt BCI-zertifiziert ist. Es kann daher sein, dass ein BCI-gelabeltes Shirt aus 100% konventioneller Baumwolle besteht.

REEL Cotton Logo

The REEL Cotton Program: Ein 3-jähriges Programm der Organisation Cotton Connect, das Bauern auf ihrem Weg zu nachhaltigen Anbauweisen für Baumwolle begleitet. Es stellt außerdem die Rückverfolgbarkeit des Materials und würdevolle Arbeitsbedingungen sicher.

Bayer E3 Logo

Bayer e3: Eine Initiative von BASF US, bei der sich Bauern verpflichten, Baumwolle umweltverträglicher anzubauen. Durch unabhängige Audits von Dritten wird sichergestellt, dass die Baumwolle sozialgerecht, wirtschaftlich rentabel und ökologisch verantwortlich hergestellt wird.

Organic Content Standard Logo

Organic Content Standard (OCS): Fokus auf ökologische Anbaumethode, mit einer unabhängigen dritten Kontrollinstanz. Anhand des Logos sollen Unternehmen den genauen Anteil an ökologischen Materialien in einem Produkt bestimmen können. Einsatz von Chemikalien und soziale Verantwortung werden in dem Label nicht berücksichtigt. Der Standard „gehört“ der NGO Textile Exchange.

Global Organic Textile Standard Logo

Global Organic Textile Standard (GOTS): Der Standard ähnelt dem OCS, jedoch werden hier noch weitere Umwelt- und Sozialaspekte hinzugezogen. Die Kriterien sind verpflichtend und beziehen sich von Herstellung über Verpackung bis hin zum Vertrieb der Textilien auf die gesamte Lieferkette. Voraussetzung ist, dass sie aus mindestens 70% kontrolliert biologisch erzeugten Naturfasern bestehen. 

2015/16 machte bevorzugte Baumwolle zumindest im Kleidungsbereich schon 13 % der weltweiten Produktion aus – aber nur 17 % davon wurden als solche von Textilherstellern gekauft. Die restlichen 83 % wurden dem konventionellen Baumwoll-Markt hinzugemischt und somit auch als konventionelle Baumwolle von der Textilbranche bezogen. Das bedeutet, dass sich die Mühe der Bauern zu nachhaltigerem Anbau nicht auszahlt.

Wenn Bauern von der konventionellen Anbaumethode auf die ökologische wechseln, müssen sie 3 bis 5 Jahre warten bis die chemischen Rückstände im Boden abgebaut sind. Erst dann können sie sich bio-zertifizieren und höhere Preise verlangen. Bis dahin müssen sie eventuell mit weniger Geld auskommen. Wenn sie dann nach mehreren Jahren Arbeit immer noch keine Verbesserung ihrer Lebensumstände sehen, steigt natürlich die Gefahr, dass sie auf den konventionellen Anbau zurückfallen.

Wie oben beschrieben ist Bio-Baumwolle nur ein kleiner Teil dieser 25 % bevorzugter Baumwolle. Auch ihr Anteil sinkt, wenn sie nicht aktiv von der Textilindustrie eingekauft wird. Bis heute kommt nur etwa 1 % der in der Textilindustrie eingesetzten Baumwolle aus ökologischem Anbau.

Textile Exchange: Produktionszahlen von bevorzugter Baumwolle 2019
Produktionszahlen bevorzugter Baumwollfaser 2018-19 in mt (metric ton=Tonne) , aufgeschlüsselt auf ihre unterschiedlichen Standards.
Bio („Organic“) machen nur 0,93 % des weltweiten Faserproduktion aus.
Quelle: Textile Exchange „Preferred Fiber Material Market Report 2019“

Was sind die Vor- und Nachteile von Bio-Baumwolle?

Saatgut

Das Saatgut

Bio-Baumwolle
Bei Bio-Baumwolle darf nur genetisch unverändertes Saatgut eingesetzt werden. Die Bauern nutzen die Samen aus der Ernte, um neue Pflanzen anzubauen. Dadurch sind sie nicht darauf angewiesen, teilweise teures Saatgut von Dritten zu beziehen. Da genetisch veränderte Baumwollpflanzen auch sehr dominant sind, ist es in manchen Regionen sogar sehr schwierig, genetisch unverändertes Saatgut zu bekommen.

konventionelle Baumwolle
Beim konventionellen Anbau kann je nach Land und dessen Bestimmungen gentechnisch verändertes Saatgut genutzt werden.

Schädlingsbekämpfung

Schädlingsbekämpfung

Bio-Baumwolle
Typische Baumwollschädlinge wie den Baumwollkapselbohrer werden mit sogenannten Fangpflanzen, die entsprechend mit angepflanzt werden, von der Baumwolle weggelockt (Erstaunlicherweise mag er Chilies mehr als Baumwolle). Eine andere Methode ist Pflanzen wie Mais anzubauen, die bestimmte Insekten anlocken, die wiederum die Blattläuse von der Baumwolle fressen. Des Weiteren dürfen auch Viren eingesetzt werden, die die Baumwollkapselbohrerlarven befallen.

konventionelle Baumwolle
Obwohl gentechnisch modifiziert wird die Pflanze zusätzlich mit Pestiziden gegen Schädlinge geschützt. Laut dem Umweltinstitut München wird pro Saison 20 Mal gespritzt. Damit ist der konventionelle Baumwollanbau für 10-20 % des weltweiten Pestizideinsatzes verantwortlich, mehr als jede andere Pflanze und obwohl er nur etwa 2,5 % der weltweiten Agrarfläche besetzt.

Unkraut

Unkraut

Da Unkraut Pflanzen verdrängt und zu Ertragseinbußen führen kann, muss es entfernt werden.

Bio-Baumwolle
Im Bio-Anbau geschieht das von Hand oder teilweise mit einem Ochsengespann. Kommt man hier nicht hinterher, merkt man das später bei der Ernte. Maschinen können sich wahrscheinlich nur die wenigsten Kleinbauern leisten.

konventionelle Baumwolle
Im konventionellen Anbau werden hierfür Herbizide eingesetzt, die das Unkraut vernichten.

Dünger

Dünger

Baumwolle gedeiht in stickstoffreicher Erde.

Bio-Baumwolle
Im Bio-Anbau wird nur mit Tiermist gedüngt. Die Herausforderung ist hier, genug Biomasse zusammenzubekommen, um wirklich einen stickstoffreichen Kompost für das ganze Feld zu entwickeln.

konventionelle Baumwolle
Konventionell wird schnelllöslicher Stickstoffdünger, teilweise aber auch organischer Dünger (also Tiermist) eingesetzt.

Wetter Icon

Wetter

Bio-Baumwolle
Egal ob gute oder schlechte Wetterbedingungen: Beim Bio-Anbau bleibt der Baumwollertrag in etwa gleich. Die Böden sind durch den konstanten Aufbau der Bodenfruchtbarkeit stabil und können sowohl kurzzeitige Überflutungen als auch Trockenheit ausgleichen.

konventionelle Baumwolle
Bei klimatisch guten Bedingungen kann man im konventionellen Anbau sehr hohe Ertragswerte erreichen. In einem klimatisch schlechten Jahr erreicht man trotzdem etwa gleich hohe Erträge wie im Bio-Landbau. Jedoch führt die Überdüngung durch Stickstoff langfristig zur Versalzung und zum Verlust der Bodenfruchtbarkeit. Dadurch ist der Boden anfälliger für Erosionen, z.B. während starker Regenfälle im Monsun. Kein Boden, keine Pflanzen, keine Ernte, kein Einkommen (und übrigens auch keine CO2 Bindung, Stichwort Klimawandel).

Hier mal ein Exkurs was Versalzung und Umweltverschmutzung für ein Ausmaß nehmen kann.

Ernte

Ernte

Die Baumwollernte fällt zwischen Oktober und Februar.

Bio-Baumwolle
Im Bio-Anbau, wo die Pflanzen nicht gegen Schädllinge gespritzt werden, werden oft die ersten Blüten und Knospen vom Baumwollkapselbohrer befallen. Die Pflanze stößt die Knospen daraufhin ab und produziert neue Triebe. Das bedeutet jedoch eine verspätete Reife im Bio-Anbau.

konventionelle Baumwolle
Beim konventionellen Anbau wird der Baumwollkapselbohrer abgehalten, die ersten Knospen und Blüten können sich voll entfalten und geerntet werden. Dadurch ist der konventionelle Anbau etwa 20 % ertragsreicher als der Bio-Anbau.

Pflücken

Das Pflücken

Bio-Baumwolle
Große, zusammenhängende Felder können mit Maschinen geerntet werden. Allerdings können sich das Kleinbauern in der Regel nicht leisten und pflücken daher per Hand. Das ist natürlich deutlich zeitaufwendiger. Dafür ist die Qualität ziemlich hoch, da ein Mensch besser zwischen reifer Baumwolle und unfertiger Knospe, bzw. Verschmutzung unterscheiden kann. Ein Pflücker sammelt 80-120 kg Baumwolle am Tag.

konventionelle Baumwolle
Um die Ernte zu erleichtern können Entlaubungsmittel (Defoliants) gespritzt werden. Früher wurde dafür gerne „Agent Orange“ genutzt… Wenn sich der Bauer das leisten kann, wird mit einer Erntemaschine gesammelt. Pro Tag kann diese 1500 kg einholen! Die Methoden dazu sind schon recht genial – aber eben qualitativ nicht so gut wie bei einem Menschen, wobei die vorherige Entlaubung „hilfreich“ ist.

Zeit

Zeit

Baumwollpflanzen reifen leider nicht alle zeitgleich, sondern mit einen Versatz von mehreren Wochen. Da überreife Baumwolle genauso minderwertig ist wie unreife, sind mehrere Ernten pro Jahr notwendig. Es handelt sich um eine einjährige Pflanze, das heißt nach der Ernte wird sie abgemäht, eventuell in den Boden eingearbeitet und es wird neu gesät.

Bio-Baumwolle
Auf Grund der weiter oben genannten Einbußen kann man beim Bio-Anbau beim ersten Pflücken nur 30-40 % des potenziellen Gesamtertrags ernten. Man braucht daher drei Ernteperioden.

konventionelle Baumwolle
Genetisch veränderte Baumwolle wächst und reift schneller, ist ungestört von Schädlingen und man braucht nur zwei Ernteperioden um die Pflanzen abzuernten.

Anbauweise

Anbauweise

Bio-Baumwolle
Im Bio-Anbau wird eine Monokultur verhindert. Es gibt z.B. die Drei-Felder-Wirtschaft, in der nacheinander 3 Pflanzenarten gesät und abgeerntet werden, eine davon ist dann Baumwolle. Oder auch die Mischkultur, in der auf einem Feld Baumwolle und Hülsenfrüchte angebaut werden. Diese Vermischung hält einerseits Schädlinge und Krankheiten im Schach, andererseits sind die Bauern weniger abhängig von der Baumwollernte. Sie können sich andere Standbeine aufbauen, bzw. sich von den Hülsenfrüchten ernähren. Zusätzlich binden Hülsenfrüchte Stickstoff aus der Luft im Boden, was vorteilhaft für Baumwolle ist.

konventionelle Baumwolle
Da Baumwolle im konventionellen Anbau so stark gespritzt wird, könnte man auf keinen Fall noch zusätzlich Lebensmittel anbauen. Somit ist es eine Monokultur, die auf Dauer den Boden auslaugt und die Nährstoffe entzieht. Die Bauern sind darauf angewiesen, dass die Ernte genug Einnahmen bringt.

Bauern

Die Bauern

Bio-Baumwolle
Bio-Anbau setzt auf Kleinbauern, die möglichst unabhängig agieren. Das bedeutet, dass sie nicht auf Saatgut, Dünger, Pestizide etc. angewiesen sind und sich dadurch nicht verschulden.

konventionelle Baumwolle
Im konventionellen Anbau haben Bauern eine Abhängigkeit von der Verfügbarkeit von Saatgut, Dünger und Pestiziden. Sie müssen teilweise Kredite aufnehmen, um diese zu besorgen und stehen dadurch unter großem Ertragsdruck.

Wasser Icon

Wasserverbrauch

Die Herstellung von Baumwolle hat einen extrem hohen Wasserverbrauch. Wieviel genau ist tatsächlich von Land zu Land unterschiedlich.

Bio-Baumwolle
Auch Bio-Baumwolle benötigt viel Wasser – laut einer Studie von Textile Exchange in 2014 aber 91 % weniger als konventionelle Baumwolle! Grund dafür sind die Böden, die durch die Fruchtfolge mehr Wasser speichern können und der Einsatz von aufgefangenem Regenwasser.

konventionelle Baumwolle
Man geht davon aus, dass man pro Kilogramm Baumwollkleidung 10.000 L Wasser benötigt (wobei 85 % beim Anbau und die restlichen 15 % bei der Weiterverarbeitung eingesetzt werden). Eine 800 g schwere Jeans kostet also 8000 L, etwa das Fassungsvermögen von 40 Standard-Badewannen.

Heißt Bio gleich Fairtrade?

Nein, da haben die unterschiedlichen Standards unterschiedliche Schwerpunkte. Jedoch sind die Bauern durch die Bio-Anbauweise (Fruchtfolge) unabhängiger, können Nahrungsmittel für sich selber oder auch weitere Handelsgüter anbauen. Sie stehen weniger unter Druck und müssen weniger Schulden auf sich nehmen. Es gibt viele Hinweise, dass Bauern von konventioneller Baumwolle über die Jahre ärmer werden: Der Boden ermüdet, die Ernte wird geringer, die Preise für Saatgut, Pestizide und ähnliches bleiben hoch. Nahrungsmittel können sie nicht mehr anbauen. Es gibt sogar Berichte, dass sich in Indien seit 1995 zehntausende Bauern aus Verzweiflung vor hohen Schulden das Leben genommen haben – mit dem Trinken von Pestiziden.

Des Weiteren fällt beim Bio-Anbau die schwere Pestizidbelastung für die Arbeiter weg. Du magst sagen „Wie schlimm kann das sein, ich habe mein ganzes Leben lang normale Baumwolle getragen und lebe trotzdem noch“ – aber wahrscheinlich kann man das von den Bauern, die dafür gearbeitet haben, nicht sagen. Zitat von öko-fair:

An den Folgen von Pestizid-Vergiftungen sterben jährlich nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation bis zu 40.000 Feldarbeiter, ein Viertel davon im Baumwollanbau. Weit mehr Landarbeiter tragen schlimme gesundheitliche Schäden davon. Sie leiden an Erkrankungen der Atemwege, der Haut, der Augen und der Nerven. Außerdem haben sie ein hohes Risiko, Krebs zu bekommen, unfruchtbar zu werden oder Babys mit Missbildungen auf die Welt zu bringen. Eine Behandlung beim Arzt können sich nur die wenigsten von ihnen leisten. […]
Besonders zerstörerisch wirken Pestizide auf die noch nicht ausgewachsenen Organe von Kindern, die im Baumwollanbau arbeiten. Kinder werden häufig für Aufgaben eingesetzt, bei denen sich Erwachsene bücken müssten oder die besonderes Geschick erfordern.

www.oeko-fair.de

Bio gut, alles gut?

Klares nein. Nur weil der Stoff Bio ist, heißt es nicht, dass die Färbe- und Verarbeitungstechnik danach nicht extrem chemisch sein können. Innerhalb der EU sind viele dieser Methoden nicht erlaubt – aber die Textilindustrie hat nicht ohne Grund viele ihre Zulieferer in Asien, wo diese Regeln nicht gelten. Die REACH-Verordnung, die gefährliche Stoffe identifiziert und verbietet, gilt z.B. nur in Europa.

Teilweise werden die Textilien sogar nach der Herstellung nochmal für den Transport behandelt, um Schädlinge abzuhalten. Zudem müssen Textilien nicht zugelassen werden, wie z.B. Lebensmittel, das heißt, man weiß gar nicht, welche Chemikalien drin sind. Wenn man nicht weiß, was drin ist, kann man es auch nicht als gefährlich klassifizieren und verbieten. Aber das ist ein weiteres komplexes Thema, dass wir ein andermal behandeln…

Wenn es so gut ist, warum beziehen nicht alle Textilhersteller Bio-Baumwolle?

Zumindest kurzfristig gesehen hat konventionelle Baumwolle natürlich viele Vorteile: Sie ist robust gegen viele Schädlinge, sie wächst schnell, sie ist auch bei schlechtem Wetter ertragreich. Ich schrieb weiter oben, dass Baumwolle 23 % des Textilbedarfes ausmacht – im reinen Bekleidungsbereich ist das sogar noch mehr. Der Bedarf am Material ist also hoch und da ist es klar, dass man die Versorgung auch sicherstellen möchte. Es erscheint also erst einmal logisch, dass Menschen den Weg gegangen sind, den der konventionelle Baumwollanbau aufgezeigt hat.

Langsam müsste aber klar sein, dass es Bio-Baumwolle gibt und dies eine gute Alternative ist. Warum ist dennoch der Bedarf der Unternehmen so niedrig? Das Netzwerk Solidaridad hat versucht, dieser Frage in Form von Interviews nachzugehen. Die Antworten waren vielfältig.

Komplexe, intransparente Lieferkette

Viele Marken haben tatsächlich ihre eigene Lieferkette noch nicht in Gänze durchdrungen. Ihre persönliche Nachfrage nach Bio-Baumwolle kommt dadurch teilweise gar nicht bei den Rohstoffproduzenten an, da sie keinen direkten Kontakt zu ihnen haben. Die dazwischen liegende Station (z.B. die Spinnereien) legen eher ihr Augenmerk auf andere Dinge als auf Nachhaltigkeitsaspekte, z.B. sichere, konstante Erträge. Hier würde es helfen, wenn die Unternehmen einerseits wirklich ihre komplette Lieferkette nachverfolgen, andererseits die Priorität von Nachhaltigkeit bei allen Stakeholdern entsprechend betonen.

Ängste bezüglich Angebot und Prozessumstrukturierung

Wie weiter oben erklärt, ist die Ernte und Ertragsfähigkeit von Bio-Baumwolle signifikant geringer als die konventionellen Variante. Einige Marken haben Sorge, dass dies mit ihren Produktionshochphasen kollidieren könnte. Was, wenn ihre Nachfrage nicht zeitnah bedient werden kann, wenn am Anfang der Kette schon das Material ausgeht? Müssen sie vielleicht ihre Beschaffungsprozesse aufwendig umstrukturieren? Welche Risiken kommen da auf sie zu und welche Auswirkungen könnten diese auf die laufenden Geschäfte haben? Obwohl das valide Fragen und Probleme sind, nimmt die Zunahme der Bio-Baumwoll-Produktion diesem Argument mehr und mehr den Wind aus den Segeln. Gleichzeitig könnten Zwischenhändler Vorräte an Bio-Baumwolle aufbauen, um Peaks in der Anfrage abzufangen. Auch langfristige Verträge, die den Produzenten Sicherheit und Planbarkeit geben, gibt der ganzen Lieferkette Stabilität.

Zusätzliche Kosten

Einige Marken scheuen die finanziellen Aufschläge, die sie bezüglich Bio-Baumwolle, Fairtrade, CmiA, BCI und ähnliche Labels in Kauf nehmen müssten. Dagegen könnte man jedoch halten, dass je mehr Bio-Baumwolle zum Standard wird, desto weniger Anreize und Prämien von Nöten sind, um das Modell aufrecht zu erhalten.

Verwirrung bezüglich „Nachhaltigkeit“

Ja, Nachhaltigkeit ist in aller Munde und ja, alle Marken wollen auch voll nachhaltig sein – aber wie schon so oft von uns gesagt: Es gibt noch keinen Standard für Nachhaltigkeit. Unternehmen fühlen sich oft überfordert angesichts der vielen Initiativen, Organisationen und Labels bezüglich Nachhaltigkeit. Wo soll man da seinen Fokus legen? Welche Organisation ist wirklich vertrauensvoll? Welche Maßnahmen tiefgreifend? Wo packt man seine Energie sinnvoll rein?

In der Hinsicht geht es ihnen also nicht anders als uns, den Käufern! Hier ist eine gewisse Eigenreflexion der Marke in Bezug auf ihr Verständnis von Nachhaltigkeit wichtig. Was für Werte vertritt das Unternehmen? Wofür möchten sie sich einsetzen? Und welches Set an Maßnahmen und Initiativen passt dazu? Das gilt übrigens auch für Einzelpersonen: Du kannst versuchen auf allen Konsum zu verzichten, in allen Aspekten Deines Lebens vegan zu werden, Dich nur noch per Fahrrad oder zu Fuß fortbewegen, Dein Essen selbst anbauen oder im Unverpacktladen kaufen – oder Du beginnst erst einmal mit einem Wert, der dir am Herzen liegt und schaust, wie Du Dein Leben in dem Bereich anpassen könntest. Der Rest kommt dann nach und nach, in Deinem Tempo.

Auf der anderen Seite könnten NGOs und Handelsorganisation noch enger zusammenarbeiten und Wissen austauschen, um ein robustes und vertrauenswürdiges System für nachhaltigen Handel aufzubauen.

Fehlende Strategien und Commitments

In den letzten Jahren war die Modeindustrie vermehrt im Verruf bezüglich der sozialen Standards ihrer Nähbetriebe. Baumwolle und ihre umliegenden Betriebe (die teilweise ja sogar keine direkte Beziehung in der Lieferkette zu Modeunternehmen unterhalten) sind dabei aus dem Fokus gerückt. Entsprechend haben nur die wenigsten Firmen öffentlich konkrete und zeitgebundene Ziele kommuniziert, wie sie das Thema Baumwolle angehen wollen.

Oft ist das auch ein Ergebnis fehlender Zusammenarbeit von unterschiedlichen Unternehmens-Abteilungen in Bezug auf Nachhaltigkeit. Corporate Sustainability agiert nicht alleine im stillen Kämmerlein. Idealerweise treten die Vertreter in den Dialog mit Materialbeschaffung, Design, Marketing und schulen sie in Bezug darauf, wie ihre Verantwortung innerhalb der firmeneigenen Nachhaltigkeitsstrategie aussieht.

NGOs wiederum fungieren – wie immer – als unabhängige Beobachter und Prüfer, die diese Aussagen validieren und immer wieder hochhalten, um die Verbindlichkeit des Unternehmens einzufordern.

Welche Marke nutzt schon Bio-Baumwolle, welche nicht?

Unter sustainablecottonranking.org werden Unternehmen bezüglich ihrer Haltung und ihr Handeln zum Thema Bio-Baumwolle bewertet. Es wird untersucht, ob Marken klar und öffentlich kommuniziert haben, wie ihre Strategie zum verantwortungsvollen Ankauf von Baumwolle aussieht. Der nächste Punkt behandelt die tatsächliche Aktion: Wieviel Bio-Baumwolle bezieht ein Unternehmen konkret? Der letzte Punkt ist die Rückverfolgbarkeit der Baumwolle, ein Problemfeld bei den meisten Firmen. Dabei ist es extrem wichtig, dass Unternehmen selbst wissen, woher ihre Materialien kommen, um Verbesserungen in ihrer Lieferkette angehen zu können.

Die Maximalpunktzahl ist 100. Mit 50 Punkten wird noch als „vorangehend“ gewertet, bis 25 Punkten ist man „auf einem guten Weg“, bei bis zu 5 Punkten hat man „gerade begonnen“ – und darunter „nicht einmal angefangen“.

2020 wurden 77 Unternehmen untersucht.
11 Firmen waren im grünen Bereich, also „vorangehend“. Darunter befanden sich

  • adidas AG
  • IKEA
  • H&M Group
  • C&A
  • Otto Group

13 Unternehmen sind „auf einem guten Weg“. Das sind beispielsweise

  • The Gap, Inc.
  • Benetton Group S.r.l.
  • Esprit Holdings Ltd.
  • PVH Corp. (z.B. Calvin Klein und Tommy Hilfinger)
  • Hugo Boss

15 Marken haben gerade erst angefangen. Beispiele sind

  • V.F. Corporation (z.B. Eastpak, Icebreaker, Jansport, Timberland, The North Face)
  • S Oliver Group
  • Punto Fa SL (Mango)
  • Fast Retailing Co (Uniqlo)
  • Inditex SA (Zara)

Die restlichen 38 haben „noch nicht mal begonnen“, wobei sich 26 Unternehmen gar nicht zurückgemeldet haben. Darunter finden wir

  • Under Armour, Inc.
  • Lululemon Athletica Inc.
  • TJX Companies, Inc. (TKmaxx)
  • Giorgio Armani S.P.A.
  • New Yorker Group

Ok, das waren jetzt ganz schön viele Listen, aber eine muss ich noch hinterher werfen: Ich wollte danach noch wissen, wer denn eigentlich die Top-10-Textilunternehmen der Welt sind:

  1. TJX Companies, Inc
  2. V.F. Corporation
  3. Lululemon Athletica Inc
  4. Shenzhou International Group Holdings (Zulieferer von Nike, adidas, Puma, Champion, Fila etc.)
  5. Toray Industries, Inc
  6. Ralph Lauren Corporation
  7. Prada
  8. Tapestry Inc
  9. Under Armour Inc
  10. PVH Corp

5 von diesen Unternehmen waren also Teil des Baumwollrankings und könnten ganz sicher mit ihrem Markteinfluss einiges bewegen. Damit meine ich nicht nur einen prozentualen Unterschied in Bezug auf den Bio-Baumwollverbrauch zu erreichen, sondern auch ein Zeichen in der Branche zu setzen und andere Marken zu ermutigen, sich anzuschließen.

Jetzt mal Tacheles: Was kann ich als Einzelner denn nun tun?

Es gibt schon viele Produzenten, die mehr und mehr Bio-Baumwolle beziehen – gleichzeitig gibt es viele große, die es NICHT tun. Hier ist es wichtig, ein Signal zu setzen und entsprechende Veränderungen aktiv von Unternehmen einzufordern. Bedenke dabei, dass Marken nicht prinzipiell unwillig sein müssen, aber die Prioritäten vielleicht wo anders setzen. Denn wie schon weiter oben erwähnt, müssen sie teilweise sehr tief ihre Lieferkette durchdringen, um überhaupt potenzielle Probleme zu erkennen. Du als Käufer kannst hierzu Impulse reinbringen.

Folgendes kannst du tun:

  • Folgende Labels achten sowohl auf Bio-Qualität, als auch auf die Sozialverträglichkeit
    • GOTS
    • CmiA
    • Naturtextil IVN zertifiziert BEST
    • OEKO-TEX Made in Green
  • Die Kennzeichnung „Baumwolle kbA (kontrolliert biologischer Anbau)“ bezieht sich „nur“ auf ökologische Aspekte. Wie oben beschrieben hat dies bereits positive Auswirkungen auf die Lebenssituation der Bauern.
  • Auch das Label Fair Wear Foundation achtet sowohl auf gesundheitliche Unbedenklichkeit, als auch auf soziale Standards in der Lieferkette.
  • Es gibt auch Kleidungsstücke aus recycelter Baumwolle.
  • Kaufe generell bewusster und dafür weniger. Bleibe länger bei Deiner Entscheidung. Man muss nicht jeden Modetrend mitmachen und nicht jede Saison etwas Neues kaufen.
  • Auch Second Hand zu kaufen, könnte für dich eine Option sein.
  • Viele Onlineshops haben mittlerweile eine Option, nach Nachhaltigkeit zu filtern. Blind vertrauen kann man dem dann zwar nicht, man sollte sich die Kriterien und einbezogene Labels genauer ansehen. Aber es gibt Dir eine erste Orientierung.
  • Investiere einmal Zeit, um ein, zwei Marken zu finden, denen Du generell vertraust und die Deine Werte vertreten – das spart Dir auch Zeit beim Einkaufen.
  • Mit den Unternehmens- und Produktbewertungen von Treepoint hast Du alle relevanten Daten zur Nachhaltigkeit zur Hand und kannst von da aus noch tiefer einsteigen, wenn du es möchtest.

Ein Wort zur Macht oder Ohnmacht des Einzelnen

Ja, ein Einzelner kann nicht einen Konzern dazu zwingen seine Materialauswahl zu verändern. Aber Konzerne messen und tracken auch jedes noch so kleine Kundenverhalten. Wenn immer mehr „Einzelne“ sich für Bio-Baumwolle entscheiden, dann garantiere ich Dir, dass das bemerkt wird. Das Thema wird zwangsläufig näher beleuchtet werden. Und wie schon oben beschrieben, stehen dann diverse Organisationen und Material-Standards bereit, um sie weiter zu führen.

Du kannst als Käufer nicht alle äußeren Bedingungen beeinflussen – aber Du hast immer eine Wahl.
Nichts zu ändern ist übrigens auch eine Entscheidung.

Und zu guter Letzt noch einmal ein paar Zahlen: Schaut man sich den weltweiten Kleidungimport im Jahr 2018 an, ist die EU ist bei weitem der Hauptabnehmer mit 38,4 %. Danach kommen die USA und Japan. Zusammen importierten diese drei Märkte 61,5 % der weltweit produzierten Kleidung. Ich würde sagen, wir Deutschen sind in keiner so schlechten Position, Konzernentscheidungen zu beeinflussen.

Fazit

Das Beispiel Baumwolle zeigt, dass extremes Wachstum oft nicht nachhaltig ist. Wir leben in einer komplexen Welt, in der jeder mit seinen eigenen Dingen und Problemen beschäftigt ist. Es ist heutzutage unmöglich geworden, alles zu wissen und zu überblicken. Ich könnte zum Beispiel nicht genau sagen, wie ein Kühlschrank funktioniert – ich kann ihn aber bedienen und verlasse mich in meinem Alltag stark darauf. Ich habe keine Ahnung, welche Prozesse davor stattfanden, wo er überall war, welche Materialien verbaut sind, wer daran gearbeitet hat.

Dieses Nicht-Wissen schützt uns natürlich, damit wir mehr Gehirnkapazitäten für unsere ganz eigenen Probleme haben. Aber in Hinblick darauf, dass nach einigen Jahrzehnten grenzenlosen Wachstums nun doch ein Ende abzusehen ist, ist es notwendig geworden, Zusammenhänge besser zu verstehen. Was genau bedeutet es, wenn man ein Baumwoll-T-Shirt für 10 € kauft? Wohin gehen diese 10 €? Woher kommt dieses T-Shirt? Und was genau bedeutet die Herkunft und die Herstellung für Dich, als Träger? Was bedeutet es für den Baumwollbauer, für die Umwelt – und dadurch für alle, die auf dem Planeten leben?

Für uns ist es oft nur ein Stück Stoff, ein modisches Accessoire.
Für den Baumwollhersteller war es monatelange harte Arbeit, Beten für gutes Wetter und eine gute Ernte. Es war seine Lebensgrundlage. Genauso wie für die Arbeiter in den Spinnereien und Schneidereien danach. Alle hängen von dieser Arbeit ab. Alle sind betroffen von den Anbaubedingungen, Herstellungsverfahren, Marktstrukturen und Aufträgen der Modeindustrie. Alle sind betroffen von den 10 €, die wir für das Endprodukt zahlen.

Ein Einzelner ist angesichts der Größe der Welt unscheinbar und klein – aber seine Entscheidungen machen einen Unterschied, für ihn und alle anderen.

Sora Lee
Co-Gründerin von Treepoint

Quellenangaben

Titelbild von Alamy: Indische Farmer sprühen einen Cocktail aus chemischen Pestiziden und Herbizide auf ein Baumwollfeld mit genmanipulierten Pflanzen (BT-Baumwolle), um Baumwollkapselbohrer, Unkraut und ähnliches abzuhalten.
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